
Nach einer kurzen Nacht ließen wir den Morgen erstmal geruhsam angehen. Zum Slacklife gehört ja bekanntermaßen nicht nur die Slackline sondern auch das Leben von entspannter Zeit jenseits von Hektik und Leistungsdruck. Der herrliche Landsitz (ein ehemaliger Bischofssitz) war knackend voll mit der stark wachsenden tschechischen Slackline-Szene. So sah ich auch viele neue Gesichter neben den bereits bekannten Slackbuddies.
Den ganzen Tag über wurde wieder ein Contest verantstaltet, welcher aber eher dezentral und sich wunderbar einpassend in das Gesamttreiben, gehalten wurde. Ich genoß es endlich mal wieder den ganzen Tag Slacklinen zu können, nachdem ich in letzter Zeit immer weniger dazukomme. Dazu hingen natürlich überall auf dem Gelände Lines verschiedener Coleur.




Am späten Nachmittag gingen wir noch in die Felsen um eine neue Highline ausfindig zu machen. Diese Art des "Zeitvertreibs" - das Durchstreifen von noch unbekannten Gebieten, immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, unsere Balance zu entfalten, ist für mich ein spannendes Abenteuer. Der Fels-Stein-Wald in Bisik ist so unglaublich ursprünglich und wild, dass ich jeden empfehlen möchte es selbst zu erleben und zu entdecken. Wir haben dann auch etwas gefunden - aber dazu später....
Am Abend spannten wir noch die 60m Waterline vom letzten Jahr, welche mir diesmal auf Anhieb gelang.

Dermaßen angefixt vom Schweben über den schwarzen Spiegel des Waldsees gleich hinter dem Festgelände, planten wir am nächsten Tag, alles auszureizen um den See in seiner ganzen Längsachse zu überschreiten...eine 123 Meter lange Waterline...wohl die längste derzeit weltweit. Wer sich schon einmal an einer Waterline versucht hat weiss sicherlich, dass eine Begehung um Welten schwieriger ist als über festen Boden.

Die Schwimmfähigkeit unseres neuen Aeon-Bandes leistete uns beim Aufbau wertvolle Hilfe. Vielen Dank an Albrecht, der uns mit seinem Surfboard enorm unterstütze um die weiße Schlange durchs Naß zu führen. Nach ein paar Zügen zu zweit am Flaschenzug stand die Line überm See. Der Durchhang von 1,8 m passte auch ideal. Meine ersten Versuche waren allerdings ernüchternd und endeten nach 25m im flachen Wasser des morigen Sees. Die optische Verwirrung und die lange Dynamik der Line waren erstmal gewöhnungsbedürftig...
Um so beeindruckender war die Leistung von Matthias im Folgenden:



Um so beeindruckender war die Leistung von Matthias im Folgenden:



Matthias kam, kämpfte und siegte....Unglaublich wie er immer wieder außer Kontrolle geratend die Line einfing und weiter beschritt. An zahlreichen Stellen war ich der festen Ansicht - jetzt machts plaatsch...nein ein lauter Schrei und weiter ging es auf der Line. Puuh saustark Matthias! Die Line bekam daraufhin den Namen FightClub.Kwjet konnte nach mehreren Versuchen die Line ebenfalls durchrennen. Rennen sage ich hier bewusst. Kwjets Strategie ist es einfach im Vorwärts-Drive zu bleiben auch wenn die Line schon dermaßen zu beiden Seiten ausschlägt, dass der Abgang unvermeidlich wird - invincible. Den Mund hab ich bei der Betrachtung von Kjwets Begehung vor Staunen nicht mehr zu bekommen.. Die Zukunft des Slacklinens...


Nachdem Matthias den Fullman noch vollmachte und viele andere Slackliner auf der Line gute Versuche hatten (z.b. Felix und Christian) gelang mir schlussendlich auch noch eine Begehung, nachdem ich vorher schon einmal knapp vorm Ende aus Erschöpfung abgekippt war.


Nach diesem feuchten Vergnügen widmeten wir uns am nächsten Tag noch unserem neuen Highline-Projekt. Einer wunderschönen Line inmitten des böhmischen Sandsteinurwaldes. Tief in den Felsen versteckt strahlt dieser Ort eine große Ruhe und Natürlichkeit aus. Im Team zusammen mit unseren tschechischen Freunden spannten wir die Line wie üblich im Sandstein - clean - also ohne Metall nur an Baum und Fels auf. Im folgenden sprechen die Bilder - eine Begehung der "Blueberry Jungle" gelang Kjwet, Vorisek und mir.










Vielen Dank an das gesamte Team - Peeto, Vorisek, Thomas,Kofka, Daniel, Kjwet, Matthias, Christian (der sich im Blaubeerendschungel verirrte). Ganz besonderen Dank an Daniel für seinen großen Fleiß beim Fotografieren und die Verwendung seiner Fotos hier.Den Abend ließen wir dann noch erschöpft aber glücklich bei Bier und Wein ausklingen - bevor uns ein dickes Gewitter in die Zelte zwang.
Bischofstein - wir werden wieder kommen!

