Auf anderen Pfaden

Slacken kann man im Wald, überm Wasser, zwischen Felsen und am Strand. Sozusagen überall, sogar im Dschungel. Oder anders, im Dschungel der Großstadt. In diesem Geflecht aus Strassen, Häuserschluchten, Mauern, Ketten, versteinerten Skulpturen und manchmal auch einem Stück Natur hat das Urban Balancing seinen Ursprung. Urban stammt vom lateinischen urbs und bedeutet städtisch.

urban-artic1Im Prinzip nichts Neues, nutzen doch die Freerunner (Parkour) oder die Urban Climber (Buildering) schon seit langem alles was sich Ihnen in der versiegelten Zone des urbanen Raumes bietet.

Anders als bei den erwähnten Sportarten steht jedoch beim Urban Balancing die Balance an zentraler Stelle. Ungewohnt schwierig für den geübten Slackliner ist die Statik der „begehbaren“ Objekte. Fast nichts bewegt sich und so ist es meist die eigene Unruhe die es zu kontrollieren gilt.

Das schöne am Urban Balancing ist, dass man sich den Aufbau fast immer sparen kann; sind doch die Balanciermöglichkeiten Bestandteil der urbanen Szenerie: Geländer, schmale Mauern, Bordsteine, dünne Linien auf dem Asphaltboden, Ketten, usw. Nahezu alles lädt ein sein Körpergefühl und das sicher geglaubte Gleichgewicht auf eine neue Probe zu stellen.

Die abendliche Beleuchtung der Stadt macht die Nacht zum Tag. Und so spielt selbst die Uhrzeit kaum eine Rolle. Selbst ohne Slackline kann so die Wartezeit an der Bushaltestelle zum Balanceakt werden. Balancieren geht immer und überall, vielleicht bloß nicht ganz so slack.

Auch mit der Slackline ist der nächste Schritt nicht weit. Und so werden in Zukunft auch Highlines Einzug in die Stadt erhalten und Häuserschluchten majestetisch überspannen, werden Waterlines neue Brücken sein und Tricklines die Hinterhöfe zum Spielplatz aufwerten. Macht eure Stadt locker.